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Das sogenannte Mittelalter



Römerzeit


Das Römische Reich führte eine Reihe von Maßnahmen zur Unterdrückung des wachsenden Einflusses des Christentums im Römischen Reich durch, welche als "Christenverfolgungen im Römischen Reich" in die Geschichtsbücher eingingen.

Sie endeten mit der Mailänder Vereinbarung von 313 und endgültig mit der Anerkennung des Christentums als Staatsreligion im Römischen Reich durch Theodosius I. (380-391).

Mit dem ersten Konzil von Nicäa (heute Iznik, Türkei) bei Byzantion (heute Istanbul) welches im Jahre 325 durch Konstantin I. einberufen wurde, festigte die neue Staatsreligion im Römischen Reich seine Einflüsse, was manche als Beginn des Mittelalters einstufen. 

Durch die gefestigten irdischen Machtverhältnisse des neuen Glaubens verwischten sich mehr und mehr die alten bisherigen römischen Gebietsbereiche und machten den neuen, kirchlichen Einflußgebieten Platz. 

Nach dem Niederbruch der Limesverteidigung kam es unter Kaiser Valentinian I. (364-374) zum Aufbau einer starken auf den Rhein gestützten Abwehrstellung mit tiefer Staffelung der militärischen Anlagen.Im Mainzer Raum wurden damals außer dem großen Lager in Mainz selbst die Kastelle in Alzey, Bingen und Kreuznach wichtige Punkte der Rheinverteidigung. In diesem Gebiet dürfte es damals auch zum Aufbau einer ausgedehnten Zone von Fiskalgut gekommen sein. In einzelnen Gemarkungen glaubt man Rechte der ehemaligen römischen Flurbereinigung erkennen zu können. Die Römische Überlieferung verbirgt sich in einigen Ortsnamen. 

Das römische Fiskalgut kam nach dem Zusammenbruch der Rheinverteidigung zum Beginn des 5. Jahrhunderts in die Gewalt der germanischer Eroberer. Mainz wird 406 von Vandalen ( Germanen aus dem Donaugebiet) und Alamanen (Germanen der Gruppen Semnonen, Sueben und Chatten) erobert. Später durchziehen Burgunder den mittelrheinischen Raum.

496 fällt das gesamte Gebiet des späteren Wormsgaus nach dem Sieg Chlodwings über die bis in die Gegend von Worms siedelnden Alamannen an die Franken

Der Frankenkönig wurde zum Rechtsnachfolger des römischen Kaisers, der dessen Fiskalgut am Rhein zum Eigentumsrecht einzog. Er wurde damit zum Eigentümer der gesamten Zone von Grundbesitz des ehemaligen römischen Staate, welches sich aus dem Elsaß in nördlicher Richtung zog und das Hinterland von Speyer, Worms und Mainz mit ihren agrarisch nutzbaren großen Teilstücken durchsetzte.

In den ersten Jahrzehnten des 7.Jahrhunderts kam es infolge der Spannungen zwischen Königtum und Adel zu kriegerischen Erschütterungen des Reiches, die erst durch den gewaltsamen Tod der Königin Brunichildis (545-613) und ihren Anhanges Führer des aufständigen Adels waren der Bischof Arnulf von Metz und Pippin der Ältere. Sonderbestrebungen der einzelnen Landesteile waren besonders stark in den Ostgebieten des Frankenreiches und führten 623 zur Einsetzung eines eigenen austrasischen Unterkönigtums Dagobert I

Nach dem Tode seines Vaters bemächtigte sich Dagobert (628) des ganzen Reiches, des neptrischen wie des burgundischen Teils, dazu des gesamten Schatzes; trat aber endlich durch Mitleiden bewogen und dem Rathe verständiger Männer folgend, seinem Bruder Charibert, dem es nicht gelungen war, für sich die Krone zu behaupten, die Länder südlich der Loire bis an die Pyrenäen ab. 

Im Jahre 629 zog sich Bischof Arnulf von Metz, einer der Stammväter der Karolinger, von der Verwaltung seines Bistums und von aller politischen Tätigkeit zurück und ging in die Abtei Remiremont.

Bild in Lightbox öffnen (open image in lightbox). Reich des Frankenkönigs Dagobert I. mit Gebiet der Rheinfranken (Ripuarier) - Gesetzesveröffentlichung der Lex Ripuaria zur Zeit Dagoberts I
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Im 9. Jahre Dagoberts (630) starb König Charibert mit Hinterlassung eines unmündigen Sohnes Namens Chilperich, der in kurzer Zeit gleichfalls starb. Chariberts ganzes Reich samt Waskonien nahm Dagobert sofort in Besitz und liess sich auch dessen Schätze überbringen.

In den Wirren nach Dagoberts Tod (639) wahrte der Bischof Kunibert von Köln entschlossen die Rechte des eurasischen Unterkönigs Sigibert III. Nach Pippins Tod sorgte Kunibert dafür, daß dessen Sohn Grimoald das Hausmeieramt übernehmen konnte und wehrte die Ansprüche eines Rivalen ab. 

Für das Bistum Köln ist Kuniberts Amtszeit von großer Bedeutung. Die Forschung nimmt zwar mit guten Gründen an, daß die Bistümer Mainz und Köln die Völkerwanderung überdauert haben, doch lassen die Lücken in den Bischofslisten der beiden späteren Metropolen auf eine Erschütterung der Bischofsorganisation schließen. 

Der Kölner Besitz im Mainzer Raum bevorzugt im wesentlichen das Rheinuferland oder in einer unmittelbar anschließenden schmalen Zone landeinwärts. Südlich Bingen dem Naheverlauf folgend ebenfalls bis Kreuznach und südlich Ingelheim dem unteren Seltztal

Als Sigibert im 8. Jahre König war (640), empörte sich der Herzog Radulf von Thüringen. Sigibert entbot alle seine austrasischen Mannen ins Feld und zog mit ihnen über den Rhein, wo sich die Völkerschaften aus allen Gauen seines Reiches um ihn schaarten. Grimoald und Adalgisel begleiteten den König. Die Expedition war sehr unglücklich, Sigibert konnte nichts gegen Radulf ausrichten. 

König Sigibert III. von Austrssien stirbt am 01.Feb. 656 und der Hausmeier Grimoald setzt seinen eigenen Sohn Childebert auf den thron, nachdem er Sigiberts unmündigen Sohn Dagobert II. hatte scheeren lassen und durch den Bischof Dido von Poitiers nach Irland in die Verbannung schicken lassen. Bei den Franken erhob sich darüber heftiger Unwillen, stellten Grimaold nach, ergriffen ihn und schickten ihn zu seiner Bestrafung dem Frankenkönig Chlodwig von Neustrien zu. In der Stadt Paris wurde er mit seinem Sohn hingerichtet. König Chlodwig II. vereinigte nach der Ermordung die 3 fränkischen Reiche unter seine Herrschaft, starb aber noch im selben Jahr. Der älteste Sohn Childerich II regiert fortan für 4 Jahre, wird dann auf den Rath der Grossen der die Austrasier und Childerich an den zweiten, jüngeren Sohn Chlothar III. übertragen. 

670 starb König Chlothar II und sein jüngerer Bruder Theuderich III. wird zum König erhoben. 

Nach der Ermordung Childerichs (673) erhoben sich die alten Parteihäupter und es entbrannte ein neuer Bürgerkrieg. 

Im Jahre 709 war ein rauer Frühling und Mangel an Obst.

Im Jahre 711 kam es zu großen Überschwemmungen. 

In den Tagen als Plectrud die Regierung führte (715) kam es zwischen den Franken abermals zum Kampf. 

Im Jahre 722 kam es zu großen Fruchtbarkeiten (gute Ernten). 

Nach Theoderichs Tode (737) ließ der Hausmeier Carl, welcher schon seit 720 die königliche Gewalt besaß, ohne von den Königen beschränkt zu sein, keinen neuen König wählen, sondern regierte fortan als Majordomus. 

Im Jahre 741 wurde durch die Schuld der Rechner aus ihrer Unwissenheit die Osterzeit nicht fanden, in vielen Gegenden die Ordnung in der Osterfeier sehr gestört und das Fest in verschiedenen Städten im März oder April oder Mai gehalten. Auch herrschte in diesem Jahr eine große Trockenheit. 

Nach dem Tode Carls 741 kam es unter seinen Söhnen (Regenterben) zu neuen Streitigkeiten der Gebiete. 

Der Winter von 763 auf 764 war so streng, daß man keiner ähnlichen Kälte von früheren Jahren her erinnern konnte. Die Kältewelle dauerte vom 14.Dezember bis zum 16.März. Auch wurde eine Sonnenfinsternis am 5.Juni 764 um die sechste Stunde niedergeschrieben. 

Im Jahre 765 war ein Überfluß an Früchten (gute Ernten.) 

König Carlomann stibt am 4.Dez. 771 in seiner Pfalz zu Samoucy und sein Bruder König Carl wird zum Alleinherrscher über das fränkische Reich. 

Während König Carls Kriegszug 778 gegen die Sarazenen in Spanien drangen die Sachsen, unter Widukind, kämpfend bis zum Rhein vor. Da sie aber nicht über den Fluß übersetzen konnten, verheerten sie alle Dörfer und Flecken von der Stadt Deutz bis zur Mosel hinauf mit Feuer und Schwert. 

Im Jahre 779 herrscht große Hungersnot und Sterblichkeit in Franken. 

Im Jahre 783 war eine so ungewöhnlich starke Hitze, daß viele Menschen daran starben. 

Im Jahre 784 waren große Überschwemmungen. 

Im Monat Dezember 786 erschienen schreckliche Zeichen am Himmel, wie man sie noch nie vorher gesehen hatte. Auf den Kleidern der Menschen zeigte sich das Zeichen des Kreuzes (Asche ?) und viele wollten Blut regnen gesehen haben. Sechs Tage vor Weihnachten erfolgte ein gewaltiges Donnern und Blitzen, das sich  fast über das ganze fränkische Reich erstreckte und zahlreiche Menschen und Vögel unter dem Himmel (im Freien) getötet habe; weshalb ungeheuren Schrecken und Aufregung das Volk ergriff; darauf folgte ein großes Sterben. 

Eine wegen der schlechten Ernte im vorigen Jahr (792) ausgebrochene Hungersnot nahm in diesem Jahr (793) so zu, dass man nicht allein alles mögliche Unreine aß, sondern sogar Menschen verzehrte. An verschiedenen Orten sah man falsches Getreide, welches Niemand essen konnte. 

Im Jahre 794 war große Trockenheit, aber auch reiche Ernte. 

Am 6.Juli und 9.Juli 800 fiel starker Reif, ohne jedoch den Früchten Schaden zu bringen. 


Fortsetzung: Mittelalter 800 n.Chr.

Quellenfundus